Die Zukunft des Payment: Bezahlen in der digitalen Welt

Das Ende der lästigen Kleingeldsuche?

Die Zukunft des Payment: Bezahlen in der digitalen Welt

Das Ende der lästigen Kleingeldsuche?

Mühevolles Münzenzählen an der Supermarktkasse, die Suche nach einem dringend benötigten Geldautomaten – diese und andere Szenarien rund um das Bezahlen sollen nach Meinung vieler Experten, Unternehmen und Kunden bald der Vergangenheit angehören. Neue technische Entwicklungen verschiedenster Firmen drängen in letzter Zeit auf den Markt und zeigen Möglichkeiten auf, wie es anders geht. Das Zauberwort lautet „Digital“ – auf unterschiedlichen Wegen, aber immer ohne das altbekannte Bargeld und auch ohne das umständliche Prozedere mit Geheimzahl oder Unterschrift bei der Kartenzahlung. Doch was bietet die Branche in dieser Hinsicht? Welches Unternehmen hat in Sachen digitales Bezahlen die Nase vorn?


Kontaktloses Zahlen mit der Kreditkarte oder dem NFC-fähigen Smartphone

 Das kontaktlose Bezahlen mit der Kreditkarte oder dem Smartphone mit entsprechender Technik kann mittlerweile schon als weit mehr als ein kurzweiliger Trend aufgefasst werden. Seitdem die nötige Technik in mehreren Supermärkten und Discountern installiert ist, ist diese Bezahlmethode eindeutig im Alltag angekommen. In zahllosen weiteren Unternehmen sollen die erforderlichen Kassenterminals bis spätestens 2018 eingerichtet werden. Die erfreulichen Effekte, die damit einhergehen, werden wohl auf Begeisterung stoßen. Kürzere Wartezeiten an der Kasse und keine lästigen Suchen nach dem Portemonnaie mehr – das Smartphone ist im Regelfall jederzeit zur Hand.

 

Wie funktioniert das Bezahlen mit GooglePayment, Apple Pay und Facebook?

Die zunehmende Bedeutung digitaler Zahlungsmethoden wurde von den großen Onlineunternehmen längst erkannt – und hat entsprechende Entwicklungen nach sich gezogen. Mithilfe des Google Payment können je nach Land send-money-via-gmailunterschiedliche gewünschte Zahlungsmethoden wie Kreditkarten zum Google-Konto hinzugefügt werden. Bei Käufen mit Google kommen diese zur Anwendung. In Deutschland ist unter anderem die Zahlung per Paypal möglich.

Das Bezahlsystem des Apple-Konzerns, Apple Pay, ist hierzulande bislang nicht verfügbar. Mit diesem System können Besitzer eines Apple-Gerätes bequem über ihr iPhone oder ihre Apple Watch zahlen. Nachdem der Konzern das System kürzlich in der Schweiz freigeschaltet hat, dürfte es bald auch in Deutschland funktionieren. Facebook mischt schließlich mit dem dem Messenger Dienst im digitalen Bezahlgeschäft mit: Seit März 2015 können Nutzer in den USA Geld an andere User überweisen. Wann die Funktion in Europa verfügbar sein wird, steht derzeit allerdings noch nicht fest.

 

Wie etabliert ist Mobile Payment in Deutschland?
Doch bei aller Euphorie: Die Betrachtung der Zahlen zum mobilen Zahlungsverkehr offenbart auch die begrenzte Reichweite des Zahlsystems. Die Möglichkeiten der Zahlung mit Kreditkarte werden nach einer Studie in den USA aus dem Jahr 2013 nur von 25 Prozent der Bevölkerung genutzt. Und das in Amerika – dem Land, das als besonders affin für die technischen Neuerungen gilt. Weiter sind in dieser Hinsicht die Chinesen, wo das Geschäft schon jetzt boomt. Doch die Entwicklung geht voran – wie eine aktuelle Studie aus Deutschland zeigt. Bereits 51 Prozent nutzen demnach mobile Payment-Dienstleister wie Paypal und kaufen mobil ein. Tendenz? Wohl weiter steigend.

 

Es geht noch einfacher: Bezahlen per Selfie oder mit dem Wearable
Während die einen noch über das mobile Bezahlen diskutieren, sind die anderen schon einen Schritt weiter. Die neusten Entwicklungen auf dem Markt sind das Bezahlen per Selfie, das Wearable Payment und das Instant Payment. Der Reihe nach: Mit den Schlagworten „Kreditkartenzahlung per Selfie“ werden Techniken angesprochen, die allein auf den einzigartigen körperlichen Merkmalen des Einzelnen beruhen. Mastercard entwickelte das Selfie Pay, mit dem der Kunde Online-Einkäufe bezahlen kann. Die Technologie basiert auf einer neuen App. Bestätigt der Käufer die Zahlung per Kreditkarte, erhält er eine Nachricht aufs Smartphone, wird aufgefordert, einmal in die Kamera zu blinzeln – und schließt damit seinen Einkauf ab. Weitere Verfahren, die mit biometrischen Merkmalen wie dem Fingerabdruck arbeiten, gelten als vergleichsweise sicher und werden aktuellen Studien zufolge von vielen Verbrauchern gut angenommen.

 

Was bedeutet Wearable Payment?
Wearable Payment zielt auf den Einsatz im Alltag ab. Der Nutzer trägt einen Chip am Körper, beispielsweise am Armband. Über die Funktechnik NFC wird das neue Bezahlerlebnis möglich. Der Käufer verlässt nach seinem Einkauf den Laden – und bezahlt einfach beim Hinausgehen, wenn der zu zahlende Betrag von seinem Chip abgebucht wird.

Die technischen Voraussetzungen für diese Zahlungsweise sind vorhanden – die Umsetzung erscheint allerdings zumindest in naher Zukunft noch zweifelhaft und die Akzeptanz noch gering.

 

Was verbirgt sich hinter Instant Payment?
Das Motto beim Instant Payment lautet vereinfacht gesagt „möglichst schnell, jederzeit und überall“. Innerhalb weniger Sekunden wird die Zahlung auf dem Konto des Empfängers gutgeschrieben. In verschiedenen europäischen Ländern wie Dänemark, Großbritannien und Polen sind ähnliche Systeme bereits im Einsatz. Das Instant Payment kann sowohl beim Bezahlen an der Kasse als auch beim Geschäft zwischen zwei Personen oder im Onlinehandel zum Einsatz kommen.

 

„Mein Kühlschrank erledigt die Einkäufe.“
Geht es noch entspannter? Ja – wenn der Kühlschrank die Nachbestellung und Bezahlung ganz einfach automatisch erledigt. Die Entwicklung des Smart Home birgt in Bezug auf das digitale Bezahlen erkennbar Potential. Nach dem Dash-Button von Amazon, mit dem Kunden nur auf einen Knopf drücken müssen, um eine Nachbestellung in Auftrag zu geben, könnte nun auch bald der Kühlschrank folgen, der alltägliche Lebensmittel von alleine bestellt. Lösungen für die damit einhergehenden sicherheitstechnischen Fragen sieht beispielsweise Wirecard in der Tokenzation. Alle relevanten Daten für den Zahlungsverkehr werden dabei in speziellen Umgebungen mit hohen Sicherheitsstandards gespeichert. Die auf den in die Zahlung einbezogenen Geräten gespeicherten Tokens dienen als Referenz für eben diese Daten. Diese Tokens allein sind damit für Hacker uninteressant.

 

Fazit: Bargeld ja, aber zusätzlich Digitales Payment – und das in verstärktem Maße
Auch wenn die Deutschen im internationalen Vergleich besonders am Bargeld zu hängen scheinen und auch die Vielzahl der Anbieter, die auf dem Markt mitmischen, bislang den Überblick erschweren – aktuelle Studien ebenso wie der Blick in andere Länder bezeugen die zunehmende Akzeptanz der digitalen Bezahlmethoden und lassen auf eine weitere Verbreitung in der Zukunft schließen. Im Sinne des möglichst schnellen und bequemen Bezahlens sind die verschiedenen Systeme in jedem Fall im Aufwind – und sollten dementsprechend bei Unternehmensinvestitionen Beachtung finden.

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